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Die Atemwege des Pferdes

Die Atemwege des Pferdes

 

Es gibt viele Atemwegserkrankungen und –leiden, an denen ein Pferd erkranken kann.

 

Atemwegserkrankungen sind der Grund für 20 % der verlorenen Trainingstage im Jahr. Nur Lahmheit verursacht noch größeren Verlust von Trainingstagen.

 

Die Atemwege der Pferde sind sehr gut für sportliche Belastung geeignet, da die oberen Atemwege ohne Beschränkung ausgedehnt werden können und mit 18 Rippen pro Seite wird eine hohe Lungenkapazität erreicht. Diese Kombination befähigt ein galoppierendes Pferd bis zu 1800 Liter Sauerstoff aufzunehmen. Bis zu 300 Liter Blut werden mit Hochdruck durch die kleinen Lungenkapillaren gepumpt, die von 10 Millionen Lungenbläschen umgeben sind. Diese Lungenbläschen nehmen bis zu 70 Liter Sauerstoff pro Minute im Galopp auf und geben diese an die arbeitenden Muskeln weiter.

 

Daher haben Beschränkungen der Ausdehnung der oberen Atemwege, Behinderungen derselben und Krankheiten, welche die Sauerstoffaufnahme aus den Lungenbläschen behindern, einen großen Einfluss auf die Leistungsfähigkeit des Pferdes. 

 

Die große Lungenoberfläche und der hohe Blutfluss leiten die entstehende Wärme während und nach dem Training ab. Bis zu 20 % der produzierten Wärme bei Anstrengung wird verwendet, um Schwitzen und andere Wärmeabgaben durch die Haut zu unterstützen.

 

Das Atemsystem des Pferdes wird andauernd durch eingeatmete Fremdkörper wie Viren, Bakterien, Pilze, die während des Trainings, über Futter und der Umgebung im Stall aufgenommen werden, herausgefordert.

 

Pferde sind anfällig für viele Atemwegserkrankungen. Zu den häufigsten Leiden zählen virale Infektionen wie die Pferdegrippe, Pferdeherpes, Parasitenerkrankungen der Lunge wie der Lungenwurm Dictyocaulus arnfieldi, Allergien wie COPD (chronische Bronchitis) und durch Training bedingte Lungenblutungen.

 

Symptome

 

Wenn das Pferd während des Trainings, Fressens oder sogar Ruhephase hustet, kann das ein Symptom für eine Atemswegsinfektion sein. Handelt es sich um eine Infektionskrankheit, wird das Pferd auch leichtes Fieber haben (zwischen 37,5 und 38 Grad Celsius) und niedergeschlagen wirken.  Ein Ausfluss aus der Nase kann ebenfalls vorkommen, der zuerst klar ist und später weiß und eitrig wird. Andere Symptome sind schnellere sowie pfeifende Atmung/Keuchen, schlechte Kondition und Appetitlosigkeit.

 

Was zu tun ist, wenn Ihr Pferd erkrankt ist

 

Ist die Erkrankung infektiös, muss das Pferd von anderen Pferden getrennt werden, da sie ansteckend ist. Kontaktieren Sie Ihren Tierarzt und reiten Sie das Pferd nicht, bis es untersucht worden ist. Falls das Pferd eine Allergie hat, fragen Sie den Tierarzt, welche Veränderungen Sie in der Umgebung des Pferdes vornehmen müssen.

 

Verwenden Sie nur bestes Einstreu, bevorzugt Späne oder Papierschnitzel. Geben Sie dem Pferd nur das beste Heu und lassen Sie es über Nacht in Wasser einweichen. Statt Heu können Sie auch Haylage verwenden. Stellen Sie eine gute Belüftung des Stalles sicher.  Der Stall muss sehr sauber sein, vor allem die Wände und die Futterschüssel. Entfernen Sie Futterreste, damit sich kein Schimmel bildet. Falls die Allergie weiterhin besteht, können Abstriche aus der Umgebung des Pferdes genommen werden, um den Verursacher der Allergie zu ermitteln.

 

 

 

Prävention

 

Halten Sie den Stall stets sauber. Pferde können gegen Pferdegrippe geimpft werden, was in den meisten Fällen sehr empfehlenswert ist. Entwurmen Sie das Pferd regelmäßig. Falls Sie neben Pferden auch Esel haben, beachten Sie, dass Esel Träger für Lungenwürmer sein können ohne dabei Symptome zu zeigen. Wenn neue Pferde auf den Hof kommen, halten Sie diese für zehn Tage isoliert, da sie vielleicht eine Erkrankung ausbrüten. Die Verwendung von Nahrungsergänzungen kann dem Pferd zudem helfen, vor allem wenn es sich viel in einem staubigen Umfeld aufhält.