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Die Begrüßungsverbeugung


Wenn ich früher dieses Verhalten beobachtet habe, bin ich davon ausgegangen, dass es so etwas wie das morgendliche Strecken bei Menschen ist. Ich dachte mir, dass mein Hund vermutlich im Tiefschlaf war, bevor ich nach Hause gekommen bin, und nun seine Muskeln, Gelenke und Glieder sowie die Durchblutung wieder in Gang bringen möchte.

Das Strecken nach einem Schläfchen unterscheidet sich allerdings von der Vorderkörpertiefstellung bzw. Begrüßungsverbeugung, die ein Hundebesitzer ab und wann beobachtet, wenn er nach Hause kommt. Ich beschäftigte mich einige Zeit mit diesem Thema und fand während meiner Forschungsarbeiten eine äußerst treffende Beschreibung in einem Buch über die Körpersprache von Hunden. So schreibt Brenda Aloff in ihrem Buch „Canine Body Language – A Photographic Guide“:

„Hunde verneigen sich nur zur Begrüßung, wenn sie die Person mögen und sich mit ihr wohlfühlen […]. Während der Begrüßungsverbeugung lässt sich beobachten, dass der Hund die Ohren entspannt hält und zur Seite blinzelt. Er erscheint relaxt.”

Dies sind die vier Hauptsignale: Der Hund stellt seinen Vorderköper tief, während die Hinterbeine aufrechtstehen, richtet seine Nase direkt auf Sie und legt seine Ellbogen nicht auf dem Fußboden ab.

Dies sind die vier Hauptsignale: Der Hund stellt seinen Vorderköper tief, während die Hinterbeine aufrechtstehen, richtet seine Nase direkt auf Sie und legt seine Ellbogen nicht auf dem Fußboden ab.

Diese Tiefstellung des Vorderkörpers bzw. Begrüßungsverbeugung ist manchmal auch als Strecken der Vorderbeine zu beobachten. Der Hund drückt dann seine Ellbogen auf den Boden und reckt sein Hinterteil in die Höhe, bevor er dann seine Hinterbeine streckt (oder umgekehrt). Mit ganz viel Glück begrüßt Ihr Vierbeiner Sie zudem mit einem Gähnen

Aloff fährt weiter fort:

„Es ist eine große Ehre, wenn Ihr Hund Sie auf diese ungehemmte, freundliche und überaus respektvolle Weise begrüßt. Mit dieser Begrüßung hält Ihr Hund einen respektvollen Abstand zu Ihnen ein und fordert Sie zur Interaktion mit ihm auf.“

In gewisser Hinsicht ähnelt diese Vorderkörperstellung der Geste zur Spielaufforderung, wobei der Hund bei der Begrüßungsgeste nicht den Anschein erweckt, als stünde er kurz davor, einen großen Satz auf Sie zu zu machen. Bei der Verneigung zur Spielaufforderung senkt der Hund seinen Körper zudem stärker und stellt seine Ohren aufmerksam auf.

Fühlen Sie sich also durchaus geehrt, wenn Ihr Hund Sie auf diese Weise empfängt, denn Ihr Vierbeiner wird nicht jeden auf diese Weise begrüßen. Diese Geste ist ein Ausdruck wahrer Freundschaft.

Andrew Bucher
Tierarzt und Mitbegründer von MedicAnimal