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Die Fakten über gesunde Zähne und Narkose

In meinem Beruf als Tierarzt habe ich schon mit zahlreichen Patienten zu tun gehabt, die beim Gedanken daran, dass ihre geliebten Hunde oder Katzen für eine Zahnarztuntersuchung betäubt werden müssen, in Panik geraten. Deshalb möchte ich klarstellen, dass eine Narkose für Ihren Hund oder Ihre Katze heutzutage sehr sicher ist (vor allem in Kombination mit intravenösen Flüssigkeiten während des Eingriffs und Bluttests vor der Betäubung) – selbst für ältere Tiere. Vertrauen Sie uns Tierärzten, denn wenn es nicht wahr wäre, würden wir es nie wieder anwenden wollen.


 

Sie fragen sich jetzt vielleicht, was eine Narkose mit einer Erkrankung des Zahnfleisches zu tun hat. Nun vergessen selbst die sorgsamsten Hundebesitzer, wie wichtig eine regelmäßige Zahnpflege für eine dauerhafte Gesundheit ihres Haustieres ist, nicht nur für ihre Mäuler. Der Vorgang ähnelt dem des Menschen sehr, deshalb werde ich Sie nicht mit zu vielen Details langweilen: Lebensmittelreste und Bakterien im Maul können Plaque und Zahnstein verursachen –und sich auf den Zähnen festsetzten. Wenn diese Probleme nicht behandelt werden, können gesundheitliche Probleme auftreten. Angefangen von schlechtem Atem über Zahnfleischinfektionen können Bakterien im schlimmsten Fall sogar vom Maul ins Blut gelangen und Organversagen und eine Infektion der Herzklappen verursachen. Das klingt in der Tat alles andere als angenehm.

Es versteht sich von selbst, dass Sie dieses Szenario Ihrem Haustier ersparen möchten. Und das können Sie auch: Der beste Weg ist ein Abschleifen der Zähne (regelmäßiges Bürsten, eine gute Entkalkung und Politur sowie zahnfreudliche Produkte wie Knochen oder spezielle Kauknochen). Sollte Ihr Tierarzt allerdings feststellen, dass sich Plaque und Zahnstein zu stark auf den Zähnen bilden, wird er Ihnen wahrscheinlich eine Narkose vorschlagen, da dies die angenehmste und gründlichste Variante ist, um die angesprochenen Probleme zu beheben und weitere mögliche Komplikationen zu vermeiden.

Es gibt aber noch einen weiteren wichtigen Aspekt, der uns zu unserer dramatischen (wenn auch sehr passenden) Überschrift zurückbringt. Wenn Sie darüber nachdenken, ob Ihr Haustier betäubt werden soll oder nicht, bedenken Sie auch, welche Schmerzen und Beschwerden es gerade aushalten muss, auch wenn es diese gut verstecken kann. Ihr Hund wird wahrscheinlich solange essen bis der Schmerz unerträglich wird. Denken Sie nur an die Schmerzen, die kaputte Zähne oder eine orale Infektion verursachen – und wie schwer es sich damit schlucken lässt. In den meisten Fällen ist eine Narkose für Ihr Haustier die angenehmste und sicherste Methode, um seinen Gesundheitszustand zu verbessern und ihm Lebensqualität zurückzugeben.

 


 

 

Der Gedanke an eine Narkose kann einen beunruhigen. Aber wenn wir ehrlich sind, ist es in den meisten Fällen für Ihr Haustier vollkommen sicher, wenn es von einem professionellen Tierarzt durchgeführt und überwacht wird. Eine Studie von 117 Tierarztpraxen und 98036 Hunden (eine beachtliche Stichprobe für eine Tierarztstudie) aus dem Jahr 2008 hat ergeben, dass das Gesamtrisiko bei 0,17% liegt und für zuvor gesunde Hunde (circa 1 aus 1846) auf 0,05% sinkt. Angesichts der Risiken und Komplikationen, die bei Zahnproblemen auftreten können, würde ich eine Narkose als das kleinere von zwei Übeln betrachten. Und sind wir ehrlich: Wie viele von uns würden eine Behandlung beim Zahnarzt nicht lieber bewusstlos über sich ergehen lassen?


Andrews Tipps für intakte Zähne:

• Am besten beginnen Sie so früh wie möglich Ihre Welpen und Kätzchen daran zu gewöhnen, dass jemand ihre Mäuler anfasst. Berühren Sie zunächst über mehrere Tage (oder Wochen) das Gesicht und die Lippen und arbeiten sich dann zur Zunge und den Zähnen vor. • Bleiben Sie am Ball und geduldig!
• Regelmäßige Vorsorge ist das beste Heilmittel. Wenn Sie die Zähne Ihres Haustieres mit einer speziellen Zahnpasta putzen können, perfekt!
• Spezielles Futter für gesunde Zähne kann das Maul Ihres Haustieres genauso gesund halten wie Kauknochen oder zahnfreundliche Leckerlies
• Behalten Sie die Zähne Ihres Haustiers im Auge (habe Sie keine Angst davor, gründlich im Maul nachzusehen, wenn Sie sich dabei sicher fühlen) und lassen Sie sie auch jährlich von einem Tierarzt kontrollieren