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Die Pferdeleber

Die Pferdeleber

Die Leber ist das „Kraftwerk“ des Körpers. Sie spielt eine wichtige Rolle bei fast jeder Körperfunktion, zu denen verschiedene Stoffwechselfunktionen zählen. Die Leber prodziert Energie und stellt Eiweißblöcke für den Körper her, welche dann an die restlichen Organe weitergeleitet werden, um die Zelleregeneration zu unterstützen.

Verdauung

Die Leber spielt eine wichtige Funktion bei der Verdauung. Gallenflüssigkeit und Salze werden abgegeben, um den Säuregehalt des Futters zu verändern, wenn es vom stark säurehaltigen Magen in den Darm gelangt.

Ein Mangel an Gallenflüssigkeit verändert die Verdauung, vor allem die Aufspaltung der Fette. Pferde haben keine Gallenblase und die Gallenflüssigkeit  wird  in Reaktion zum Fressen ausgeschüttet. Wenn ein Pferd also für 12-14 Stunden nichts zu Fressen bekommt, sammelt sich die Gallenflüssigkeit im Blut an und kann fälschlicherweise den Eindruck einer Gelbsucht geben.

Eine Störung der Produktion und Angabe der Gallensalze in den Gallengang ist eine Indikation für die Funktionstüchtigkeit der Leber – wenn die funktionellen Reserven der Leber geschädigt sind, sammeln sich Gallensalze in der Blutbahn an.

Entgiftungsorgan

Die Leber wirkt zudem als Filtersystem, um andere Organe vor den Folgen eines Giftstoffaufbaus zu schützen. Giftstoffe, die vom Darm aufgenommen wurden, werden aus dem Blut entfernt, bevor sie den Rest des Körpers angreifen können. Auch natürlich produzierte Gifte wie Ammoniak werden in sichere Chemikalien umgewandelt, die ohne Probleme ausgeschieden werden können. Ammoniak wird in von der Niere in Harnstoff für die Ausscheidung umgewandelt.

Leberschaden

Leberinfektionen können vorübergehend bis lebensgefährlich sein. Die ersten Anzeichen eines Leberschadens sind meist sehr schwer zu erkennen, jedoch kann ein Bluttest leicht Klarheit schaffen.

Einer der häufigsten Verursacher von Leberschäden ist das Jakobskraut. Das Gift der Pflanze zerstört die darmnahen Zellen und ist sehr heimtückisch. Jede noch so kleine Menge, die vom Darm aufgenommen wird, verursacht irreversible Leberschäden. Es gibt keine Toleranzmenge des Krauts, die das Pferd gefahrlos fressen kann.

Normalerweise ist die Leber in der Lage zu funktionieren, auch wenn relativ große Anteile des Gewebes beschädigt sind. Nur wenn mehr als 75% der Leber beschädigt sind, zeigen sich starke Symptome obwohl es zu diesem Zeitpunkt schon zu spät ist.

Wenn ein Leberschaden vorliegt, kann das Pferd zu einer Hyperempfindlichkeit gegenüber Sonnenlicht neigen. Dadurch entstehen Sonnebrände, die sich auf den helleren Stellen des Körpers zeigen (um das Maul und die helleren Stellen der Läufe).

Die Leber stellt außerdem viele wichtige Mikrochemikalien her, wie Gerinnungsfaktoren und Vitamine. Wenn die Leber geschädigt ist, fehlen diese Faktoren und das Pferd kann dadurch in den Darm und Urin bluten, sowie Nasenbluten bekommen.

Essenzielle Vitamine und Eisen werden in der Leber gelagert, bis sie benötigt werden.  Eine Störung des Vitamin- und Mineralhaushalt sind oft ein Zeichen für eine Störung der Leberfunktionen.

Leberschäden können viele Ursachen haben und können unter Umständen lebensbedrohlich sein.  Am schädlichsten sind Krankheiten, welche die Selbstheilungsfunktion der Leber schädigen oder zu viel Gewebe des Organs beschädigen und somit stirbt das Tier meist bevor sich das Organ sich reparieren kann.

 

Oft leiden die Pferde unter mehr als einer Krankheit. Ein Leiden ist für das Pferd machbar, aber ein schlechter Gesundheitszustand kombiniert mit einem Leberleiden kann ein Leberversagen verursachen.

Darum erholen sich manche Pferde gut von einer Jakobskrautvergiftung, da sich der vorrübergehende Schaden heilt und die Leber die benötigte Funktionstüchtigkeit von über 25% erreicht.

 

Diagnose

Einen Leberschaden zu diagnostizieren, ist einen wahre Herausforderung. Es kann eine Probe der Leber genommen werden (Biopsie) und unter dem Mikroskop untersucht werden. Eine Biopsie ist jedoch nur möglich, wenn das ganze Organ betroffen ist. Wenn die Leber nur lokal beschädigt ist, liefert die Biopsie keine zuverlässigen Ergebnisse, außer wenn die Probe von der erkrankten Gegend genommen wurde. Obwohl die Biopsie nützliche Informationen liefert, ist es nicht unbedingt eine leicht und sichere Prozedur.

Anzeichen für Leberschäden

·         Durchfall und Verstopfung

·         Gewichtsverlust

·         Flüssigkeitsansammlungen unter dem Bauch und an den hinteren Läufen

·         Stark erhöhte Lichtempfindlichkeit

·         Blutungen gerinnen nicht

·         Wiederholtes Gähnen

·         Verschlechterte und reduzierte Kondition

·         Reduzierter Appetit

·         Unschönes Fell

·         Schwäche

·         Pressen des Kopfes gegen Wände und Zäune

·         Schwellungen an Kopf und Läufen

·         Störungen der Nerven: Depression, Manie, Anfälle, absonderliches Verhalten, Blindheit, Koma und Tod