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Flüssigkeitshausalt im Sommer

Viele Besitzer von Haustieren freuen sich über die Rückkehr des Sommers. Endlich werden sie bei Spaziergängen mit ihrem Hund nicht mehr ständig vom Regen durchnässt und müssen sich auch nicht mit schmutzigen Pfotenabdrücken und Dreckspritzern herumschlagen. Aber der Sommer stellt Hundebesitzer vor besondere Herausforderungen.

Da sie dauerhaft Pelzträger sind, können Hunde und Katzen nicht so gut mit Hitze umgehen wie ihre menschlichen Besitzer. Wenn sich die Temperatur erhöht, können sich Katzen und Hunden nur schwer anpassen, da sie kaum in der Lage sind zu schwitzen. Sie haben nur an den Pfoten Schweißdrüsen, die eine Kühlung ermöglichen.

Wenn Katzen oder Hunde die Körpertemperatur senken möchten, hecheln sie, machen sich das Prinzip der Konvektion – Bewegung von Luft über dem Körper – zunutze oder betreiben Fellpflege.

Sie können sich vielleicht vorstellen, dass Hecheln durstig macht, weswegen es wichtig ist, dass bei hohen Temperaturen ausreichend Wasser zur Verfügung steht.

Hätten Sie's gewusst?

Ungefähr 60 % des Körpers Ihres Hundes oder Ihrer Katze besteht aus Wasser. Rund zwei Drittel davon befinden sich im Inneren von Zellen und der Rest zwischen ihnen, im Blut, in Drüsensekreten, Gelenkflüssigkeiten und der Zerebrospinalflüssigkeit, der Flüssigkeit also, von der Gehirn und Rückenmark umgeben sind.

Warum Flüssigkeit wichtig ist

Natürlich können wir uns nicht mit dem Flüssigkeitshaushalt beschäftigen, ohne die Nieren zu erwähnen. Die Nieren übernehmen viele Funktionen, beispielsweise kontrollieren sie den Blutdruck und produzieren Hormone. Aber die vielleicht wichtigsten Aufgaben der Nieren sind es, den Wasser- und den Elektrolythaushalt zu regulieren und das Blut zu „reinigen“.

Wenn Tiere nicht ausreichend Flüssigkeit zu sich nehmen, das heißt nicht so viel trinken wie sie benötigen, versuchen die Nieren, Wasser zu sparen, indem sie den Körper weniger Flüssigkeit ausscheiden lassen. Dies erkennt man daran, dass der Harn konzentrierter ist und er dunkler ist und stärker riecht.

Wenn bei einem älteren Tier die Nieren geschädigt sind, erkennt man es normalerweise daran, dass sie mehr trinken als zuvor und auch mehr Urin ausscheiden. Stellen die Nieren ihre Funktion vollständig ein, wird allerdings häufig sehr wenig oder gar kein Urin mehr produziert.

Sollte sich bei Ihrem Tier die Menge der aufgenommenen oder der ausgeschiedenen Flüssigkeit verändern, ist es sehr wichtig, dass Sie mit einem Tierarzt sprechen. Vermehrter Durst kann nicht nur auf eine Erkrankung der Nieren hinweisen, sondern auch auf Diabetes oder andere Krankheiten. Oder es liegt einfach daran, dass es draußen sehr heiß ist.

Welche Ursachen hat Dehydration bei Tieren?

WassernapfManchmal liegt es einfach daran, dass ein Tier nicht ausreichend trinkt. Vielleicht wurde der Wassernapf ja nicht gefüllt oder die Konkurrenz um das Wasser ist zu groß. Sollte eines Ihrer Haustiere die Kontrolle über das Wasser beanspruchen, stellen Sie an anderen Stellen weitere Wassernäpfe zur Verfügung. Wenn die Temperatur ansteigt, könnte es sein, dass auch die Bereitschaft Ihrer Tiere größer wird, um die Ressource Wasser zu streiten. Stellen Sie bei älteren Haustieren außerdem sicher, dass sie den Napf leicht erreichen können. Vielleicht müssen Sie ihn dazu auf eine Kiste stellen oder einen Ständer verwenden, damit der Wassernapf auf Kopfhöhe ist.

Tiere können außerdem dehydrieren, wenn sie Flüssigkeit schneller verlieren als bisher. Das kann beispielsweise vorkommen, wenn sie viel hecheln oder unter einer Erkrankung mit Erbrechen und Durchfall leiden. Im letzteren Fall wird die Flüssigkeit über den Darmtrakt ausgeschieden. Ein dehydriertes Tier kann sehr schnell sehr krank werden.

Anzeichen für Dehydration

Ziehen Sie die Haut Ihres Hundes oder Ihrer Katze zu einer Falte hoch und lassen Sie sie wieder los. Die Falte bildet sich sofort wieder zurück. Fehlt es dem Körper an Wasser, ist die Haut nicht mehr so elastisch und die Falte bildet sich langsamer zurück. Eine leichte Dehydrierung kann normalerweise durch die Gabe von Trinkwasser schnell behoben werden. Kann das Tier aus irgendeinem Grund nicht trinken oder sein Verdauungssystem Flüssigkeit nicht schnell genug absorbieren, muss dem Blutkreislauf über einen Tropf Flüssigkeit zugefügt werden.

Außerdem weisen noch folgende Symptome auf eine mögliche ernsthafte Dehydrierung hin:

– Erhöhter PulsTrinkbrunen

– Trockene, klebrige Schleimhäute

– Eingesunkene Augen

– Kalte Ohren und Pfoten

Ein dehydriertes Tier kann kollabieren. Bei einem Verdacht auf Dehydrierung sollten Sie deswegen immer einen Tierarzt aufsuchen.

Hätten Sie's gewusst?

– Es gibt wahrscheinlich nur eine einzige Diagnose, bei der ein Tierarzt Ihnen raten wird, die Flüssigkeitsaufnahme Ihres Hundes einzuschränken: psychogene Polydipsie, ein seltenes neurologisches Phänomen. Verweigern Sie Ihrem Tier unter keinen Umständen den Zugang zu Wasser. Es sei denn, Sie wurden von Ihrem Tierarzt ausdrücklich dazu aufgefordert.

Katzen, die mit Feuchtfutter oder Fleisch gefüttert werden, nehmen unter Umständen pro Tag nur die einem Teelöffel entsprechende Menge Wasser zu sich. Damit ist ihr Bedarf gedeckt, denn Feuchtfutter bzw. Fleisch bestehen zu 70 % bis 80 % aus Wasser.

– Schon das Auffüllen des Wassernapfes kann einen starken Reiz zum Trinken darstellen. Selbst wenn der Napf nicht leer war, verspüren Tiere häufig den Drang, einen Schluck zu trinken, sobald er aufgefüllt wird. Das könnte einer der Gründe sein, warum Trinkbrunnen bei Tieren meistens sehr gut funktionieren. Probieren Sie es doch einmal aus!

Die Sache mit dem Hitzschlag

Jedes Tier kann einen Hitzschlag erleiden, doch am wahrscheinlichsten leiden darunter sehr alte Tiere, übergewichtige Tiere und brachycephale (flachnasige) Rassen wie der Mops – und das selbst bei recht mildem Wetter.

Viele Hunde legen sich freiwillig in die Sonne und zwar selbst dann, wenn sie einen Hitzschlag erleiden könnten. Sollte Ihr Hund zu einer der Risikogruppen gehören, wäre es eventuell ratsam, ihn in der heißesten Phase des Tages im Haus zu behalten.  Und natürlich sollten Sie keinen Hund alleine im Auto zurücklassen, da es in einem Auto sehr schnell sehr heiß wird. Auch ein Auslauf ohne Schatten ist nicht zu empfehlen.

Bei Hunden und Katzen können sehr schnelles Hecheln, ziegelrote Schleimhäute, Sabbern, Schwindel, Verwirrung und Kollabieren Anzeichen eines Hitzschlags sein. Erleidet Ihr Tier einen Hitzschlag, so handelt es sich um einen Notfall und sie müssen sofort einen Tierarzt aufsuchen. Tränken Sie das Tier nicht mit kaltem Wasser, da dies einen Kollaps sogar noch fördern kann. Als Erste-Hilfe-Maßnahmen können Sie das Tier mit lau- bis handwarmen Wasser duschen oder mit lauwarmen nassen Handtüchern abdecken und diese häufig wechseln. Auch ein kühlender Ventilator kann hilfreich sein.  Sie müssen dabei ständig die Temperatur überwachen um sicherzustellen, dass sie nicht zu schnell zu tief sinkt. Begeben Sie sich also so schnell wie möglich zu einem Experten.

Im Sommer können Sie mit Ihrem Tier draußen viele großartige Abenteuer erleben. Bereiten Sie sich einfach gut darauf vor und führen Sie immer eine ausreichende Menge Wasser mit.

Weitere Ideen, wie Sie sich am besten auf einen schönen Sommer mit ihrem Tier vorbereiten und wie Sie sicherstellen, dass Ihr Tier ausreichend Flüssigkeit zu sich nimmt, finden Sie in unserem Blog.