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Haustiervergiftungen


Die britische Tierschutzorganisation RSPCA berichtete vor Kurzem, dass die Fälle von Haustiervergiftungen in den letzten fünf Jahren zugenommen haben (von 213 im Jahr 2012 auf 368 im Jahr 2016). In den ersten acht Monaten von 2017 wurden bisher 244 Vergiftungen gemeldet, was eine Jahresprognose von etwa 366 bedeutet – eine sehr besorgniserregende Zahl.

Nicht alle Vergiftungen sind beabsichtigt. Häufig passieren Unfälle, weil Chemikalien nicht ordnungsgemäß gelagert werden. Paracetamol, Rattengift, Schneckenkörner und Frostschutzmittel zählen zu den häufigsten Verursachern. Also geben Sie bitte Acht, dass Sie diese Produkte stets außer Reichweite Ihres Haustiers aufbewahren.

Für die meisten ist es wohl nicht nachzuvollziehen, warum jemand einem Tier absichtlich Schaden zufügen würde. Dieses Thema liegt mir besonders am Herzen, da ich in meiner Kindheit meine Katze als Folge einer Vergiftung verloren habe. Die traurige Wahrheit ist, dass diese Fälle vorkommen. Aus diesem Grund möchte ich Ihnen einige Ratschläge geben, was Sie tun können, wenn Sie vermuten, dass Ihr Tier vergiftet wurde:

1) Bewahren Sie Ruhe. Stehen Sie unter Stress, überträgt sich dies auf Ihr Haustier, was die Lage verschlimmern wird.

2) Transportieren Sie Ihr Haustier sofort weg von der Gefahrenstelle und entfernen Sie jegliche giftigen Materialien aus dessen Reichweite.

3) Prüfen Sie, ob Ihr Haustier normal atmet und sich normal verhält, d. h. nicht benommen oder träge zu sein scheint.

4) Rufen Sie einen Tierarzt (ggf. den Notfalldienst)

5) Falls möglich, sammeln Sie jegliche Rückstände oder Hinweise auf das Gift (Verpackungen, Flaschen, Behälter) und nehmen Sie sie mit zum Tierarzt.

6) Versuchen Sie KEINESFALLS, Erbrechen herbeizuführen, da dies unter Umständen die Speiseröhre und Lungen beschädigen kann.

7) Geben Sie Ihrem Haustier KEINE Milch, KEIN Futter, KEIN Salz und auch KEIN Öl. Suchen Sie am besten schnellstmöglich Ihren Tierarzt auf.

Bitte bedenken Sie, dass wie bei so ziemlich jeder Vergiftung das Zeitfenster zur Behandlung und Entfernung des Gifts nur sehr klein ist. Handeln Sie schnell und warten Sie nicht darauf, dass deutliche Symptome (Sabbern, Zittern, Kollabieren, Schwachheit) auftreten.

Hoffentlich werden Sie diese Ratschläge niemals benötigen. Trotz dieser alarmierenden Zahlen ist die Wahrscheinlichkeit, dass Ihr Tier auf diese Weise zu Schaden kommt, sehr gering. Vorsicht ist jedoch immer besser als Nachsicht und es kann nicht schaden, wenn Sie über das nötige Wissen verfügen, um im Notfall handeln zu können.

 

 

Andrew Bucher
Tierarzt und Mitbegründer von MedicAnimal