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Kuscheln mit Katzen! Die Wahrheit

Ich denke, es ist fair zu sagen, dass die Medien zu Übertreibungen und Panikmacherei neigen, vor allem, wenn es um Tierhaltung geht.

Zum Beispiel gab es kürzlich eine Geschichte basierend auf Recherche, die annahm, Hunde seien selbstsüchtig. Ganz genau, denken Sie mal für einen Moment darüber nach, dann wissen Sie, dass das einfach nicht stimmen kann. Meine Kritik an der Recherche ist nicht nur, dass die Testgruppe sehr klein war, sondern auch, dass die Aufgabe, die die Hunde bewältigen sollten, nur sehr wenig mit der Fragestellung zu tun hatte. Trotzdem wurden Geschichten zu diesem Thema geschrieben.

Darüber hinaus druckte die britische Zeitung „Daily Telegraph“ diese Woche einen Artikel mit der Überschrift „Kuscheln mit Katzen kann Sie töten, warnen Forscher“. In dem Artikel ging es um die Gefahren, die von Kratzwunden und Flohbefall vor allem bei Streunern ausgehen. Bevor ich erkläre, warum diese Geschichte und Überschrift nicht stimmen, möchte ich deutlich machen, warum solche irreführenden Artikel mich frustrieren.

Als praktizierender Tierarzt verstehe ich, warum Haustiere so wichtig für Menschen sind. In einer Umfrage teilten uns 98% unserer Kunden mit, dass sie ihe Tiere als Teil der Familie ansehen. Es ist wichtig, dass wir uns verantwortungsvoll um unsere Tiere kümmern, sie füttern und ihre Hinterlassenschaften beseitigen. Tierbesitzern und Tierärzten liegt das Wohl unserer Tiere am Herzen, und deshalb können solche Geschichten so viel Schaden anrichten.

Natürlich wäre es übertrieben anzunehmen, dass Tierbesitzer ihre Katzen auf einmal ins Tierheim bringen, weil sie Krankheiten fürchten, aber eine gewisse Angst ist nicht auszuschließen. Lassen Sie uns die Thematik daher realitisch angehen.

Erstens lieben viele Katzen das Kuscheln – und sicherlich ist es einer der vielen Vorteile, wenn man ein Tier hat!

Es kann vorkommen, dass man gekratzt wird, aber Angst sollte man davor nicht haben. Wie bei jeder Wunde ist es wichtig, dass der Kratzer gründlich mit Desinfektionsmittel gereinigt wird. Verwenden Sie bei Bedarf eine antiseptische Salbe und halten Sie ein Auge auf die Verletzung. Wenn Sie unsicher sind, fragen Sie bei Ihrem Arzt nach – vor allem, wenn Sie ein schwaches Immunsystem haben.

Ich selbst bin viele Male von ängstlichen oder verschüchterten Katzen gekratzt worden (genauso wie meine Kollegen). Zu Problemen ist es dabei niemals gekommen, da ich die Wunden ordentlich gereinigt und gut auf sie acht gegeben habe.

Es ist wichtig, sich dessen bewusst zu sein, dass ein Risiko besteht, allerdings nur ein sehr geringes. Ich kenne nur einige wenige Kunden, die sich die Katzenkratzkrankheit zugezogen haben. Natürlich war das für sie eine sehr unangenehme Erfahrung, aber die Chance, dass dies passiert, liegt lediglich bei 0,0045% (das wird auch in dem Artikel erwähnt, ganz unten!).

Die Medien täten besser daran, Geschichten über Tierkrankheiten zu veröffentlichen, die Tiere und Menschen befallen können, so wie Toxocara canis. Dabei handelt es sich um eine Art des Spulwurms bei Hunden, der bei Kindern (vor allem unter drei Jahren) und Jugendlichen zu Erblindung führen kann, und das manchmal irreversibel. Die Übertragung findet über die Aufnahme von mit Wurmeiern infizierter Erde oder Sand statt, der in Sandkästen und Parks zu finden ist. Wenn die Medien ihre Leser daran erinnern würden, ihre Hunde regelmäßig (alle drei Monate) zu entwurmen und die Hinterlassenschaften zu entfernen, wäre damit allen weitaus mehr geholfen.

Andrew Bucher ist der Haupttierarzt bei MedicAnimal.