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Scheren des Pferdes

Scheren des Pferdes

Ein Pferd ist in seinem natürlichen Zustand vor äußeren Einflüssen geschützt und kann so auch sehr kalte Winter überstehen. Wildpferde haben ein sehr dickes, langes Winterfell und können sich gut warm halten. Ihre Körper können im Gegensatz zum Menschen sehr gut Wärme erzeugen und speichern.

Pferde verlieren ihr Sommerfell Anfang August und bekommen ein dickes Winterfell, um für den Winter geschützt zu sein. Dieses Winterfell ist in Zeiten von kaltem, nassem Wetter und spärlichem Futtervorkommen wichtig, da sie als Pflanzenfresser und Beutetiere sich ständig bewegen. Jedoch verlangt der Mensch von Pferden Dinge, die von der Natur nie vorgesehen waren.

Zudem hat der Mensch durch Stallhaltung, gute Fütterung, Decken und künstliche Wärme ein unnatürliches Umfeld erzeugt. Der zusätzliche Schutz durch das Fell ist nicht mehr notwendig und kann oft mehr schaden als nützen, vor allem, wenn das Pferd körperlich viel leisten muss. Das Winterfell auf einem Pferd zu belassen, das viel trainiert wird, kann Probleme bereiten. Übermäßige Überhitzung kann zu Gewichtsverlust führen, auch wenn das Pferd gut gefüttert wird.

Falls Sie Ihr Pferd körperlich stärker beanspruchen, sollte es zum Teil geschoren werden. Das hilft dem Pferd beim Training und hält es zudem sauber.

 

Gründe für das Scheren

·          Schnelleres Trocknen nach dem Training

·          Erleichterung für das Pferd bei schnellen Bewegungen

·          Erhaltung des Gewichts durch Vermeidung von übermäßigem Schwitzen

·          Erleichtert die Pflege

·          Erhält ein gepflegtes Erscheinungsbild des Pferdes

·          Gefahr von Überhitzung bei großer Anstrengung

·          Gefahr von Unterkühlung durch Schweißablagerungen im Fell

Wie Sie Ihr Pferd scheren hängt vom Ausmaß der Anstrengung ab, dem es im Winter ausgesetzt wird. Beachten Sie dabei auch, wie viel es normalerweise schwitzt. Wie Sie Ihr Pferd scheren hängt auch davon ab, für welchen Zweck Sie es tun.

Wie Sie Ihr Pferd scheren können

Schur am Bauch und Genick

Das Fell wird vom unteren Teil des Bauches zwischen den Vorderläufen und unter dem Unterkiefer abgeschoren. Dieser Schnitt ist ideal für ein Pony oder ein Pferd, das sich nicht zu viel anstrengen muss. Mit diesem Schnitt kann das Pferd im Freien sein und auch geritten werden ohne sich zu überhitzen.

Chaser-Schur

Bei dieser Schurart wird das Fell vom Unterbauch und zwischen sowie um die Läufe bis zum Genick geschnitten. Geeignet für empfindliche und junge Pferde, die zum ersten Mal geschoren werden, da schnell und an weniger kitzeligen Stellen.

 

Streifenschnitt

Es gibt den hohen und niederen Streifenschnitt. Das Fell wird am Bauch und der Unterseite des Halses geschoren. Das Fell wird am Kopf, der Oberseite des Genicks, Körper und Läufen zum Schutz belassen. Für einen niederen Streifenschnitt wird nur wenig Fell vom Bauch und Genick entfernt. Für einen hohen Streifenschnitt wird mehr Fell von diesen Stellen entfern bis zu den Flanken.

Dieser Schnitt erlaubt es Pferden zu arbeiten ohne zu viel zu schwitzen. Außerdem braucht das Pferd nur eine dünnere Decke im Winter, wenn es draußen ist. Der Streifenschnitt ist ein guter Kompromiss für Pferde, die keinen Jagdschnitt haben können. Ein Streifenschnitt wird oft bei Zugpferden angewendet, damit das Geschirr an der Unterseite der Schur entlang läuft. Der Schnitt ist auch bei Reitpferden beliebt.

Deckenschnitt

Ein Deckenschnitt passt zu einem Pferd das regelmäßig trainiert wird, auf der Koppel ist und am Wochenenden an Veranstaltungen teilnimmt. Das Fell wird komplett von Kopf, Genick und Flanken entfernt und eine „Satteldecke“ aus Fell verbleibt am Rücken, Kruppe und an den Läufen. An den Läufen wird das Fell vor allem als Kälteschutz belassen.

 Jagdschnitt

Beim Jagdschnitt werden die Läufe bis zu den Ellbogenhöckern geschoren. Ein „Sattelfeld“, das vor Wundreiben schützt sowie die Oberschenkel werden nicht geschoren. Das Fell an den Läufen dient als Schutz vor Kälte, Schlamm, Hufverletzungen und Dornen. 

Das Sattelfeld muss vorsichtig geschoren werden. Liegt es zu weit vorn, erscheint das Pferd optisch länger am Rücken und kürzer um die Schultern. Wenn das Feld jedoch weiter hinten liegt, dann wirkt die Statur ausgeglichener. Dieser Schnitt wird oft bei Pferden angewendet, die hart arbeiten. Dieser Schnitt schaut ansprechend aus, benötigt aber auch einen Besitzer der sich mit Stallroutine sehr gut auskennt. Ein geschorenes Pferd sollte nie ohne Decke stehen, da es schnell unterkühlt.

 

Komplettschur

Die Komplettschur wird normalerweise bei Pferden angewendet, die im Winter an Wettbewerben teilnehmen. Das komplette Fell wird geschoren, inklusive Läufe und Kopf. Der Schnitt schaut sehr gut aus, setzt aber sehr umfangreiche und vorsichtige Pflege voraus. Die Pferde brauchen immer eine Decke und unter Umständen Bandagen um in den sehr kalten Monaten nicht zu viel Wärme zu verlieren. Die Bandagen müssen vorsichtig und gleichmäßig angebracht werden. Sitzen sie zu fest, schnüren sie die Blutzufuhr ab und falls sie zu locker sind, kann das Pferd stolpern und sich verletzen. Es ist empfehlenswert Ersatzdecken bereit zu halten.