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Sommerekzem

Sommerekzem

Sommerekzem ist der gängige Name für Jahreszeitbedingte Dermatitis (SSRD) und ist eine allergische Reaktion auf den Speichel von Stechmücken, Sandfliegen oder Kriebelmücken. Das Problem betrifft alle Arten von Pferden, aber es kommt häufiger bei Ponys und langmähnigen Pferden vor. Es wird vermutet , dass das Sommerekzem eine Erbkrankheit ist und deshalb ist es nicht ratsam, infizierte Tiere zur Züchtung zu verwenden.

Es ist eine saisonale Erkrankung und tritt zwischen April und frühem November auf, wenn die Stechmücken am aktivsten sind. An ruhigen, schwülen Tagen frühmorgens und am späten Nachmittag stechen die Mücken am häufigsten.

Symptome

Die Symptome sind zumeist starker Juckreiz, Haarausfall, Hautverdickungen und Schuppen. Es kann zudem ein nässender Ausschlag auftreten, manchmal mit gelblichen Verkrustungen. Am häufigsten betroffen sind der Schweif und die Mähne, obwohl auch Hals, Widerrist, Hüften, Ohren, Stirn und manchmal auch Unterbauch, Sattelbereich, Kopf, Euter und Beine betroffen sein können. 

Das Pferd schlägt den Schweif oft hin und her, rollt sich häufig auf dem Boden und versucht sich an allem zu kratzen. Es schreitet auβerdem ständig auf und ab und will sich andauernd von anderen Pferden pflegen lassen.

Die Verhaltensweisen ändern sich auch oft bedeutend. Das Pferd wird zumeist unruhig, ungeduldig und hat beim Reiten keine Ausdauer. Wenn sich fliegende Insekten nähern, schüttelt es dann oft den Kopf und wird sehr erregt.

Pferde, die an Sommerekzemen leiden, zeigen die ersten Symptome zumeist zwischen ein und fünf Jahren und diese treten dann zuerst im Herbst auf. 

 

 

Ursachen

Das Sommerekzem ist eine verzögerte Überempfindlichkeit Insektenstichen gegenüber und ein Ergebnis einer starken Immunreaktion des Pferdes. Während also das Immunsystem versucht den Insektenspeichel abzustoßen, greift es die eigenen Zellen, was in einem Sommerekzem resultiert.

 

Erreger des Ekzems sind die Culicoides-Mücke und die größere Simulium equinum, beide aus der Familie der Kriebelmücken. Sie haben beide bevorzugte „Futterstellen“. Während die Culicoides-Mücke sich am Körper des Pferdes einnistet, sind die Simulium equinum meistens in der Nähe der Ohren zu finden.

Behandlung

Im Moment gibt es keine Heilung für ein Sommerekzem. Wenn ein Pferd eine Allergie entwickelt, hat es sie ein Leben lang. Deshalb sind Sommer und Herbst für Pferd und Besitzer eine unangenehme Zeit. Das Wohlbefinden des Pferdes hängt von der Pflege des Besitzers ab und falls Sie vermuten, dass Ihr  Pferd unter einem Ekzem leidet, konsultieren Sie Ihren Tierarzt um die Diagnose zu bestätigen. So kann eine sofortige und akkurate Behandlung gestartet werden.

 

Prävention

 

·         Bringen Sie das Pferd in einem offenen, windigen Stall unter.

·         Stellen Sie sicher, dass es keine Wasseransammlungen auf der Weide gibt und sie weit weg von den Misthaufen sind.

·         Lassen Sie das Pferd bei Sonnenaufgang und –untergang im Stall, wenn die Mücken am aktivsten sind.

·         Verwenden Sie ein Insektenschutzmittel

·         Legen Sie dem Pferd eine spezielle Sommerdecke an, die idealerweise den Nacken und Schweif bedecken sollte. Spezielle Anti-Mücken Decken sind im Pferdefachhandel erhältlich.

·         Die Beifügung von Knoblauch ins Futter soll helfen, ist jedoch nicht wissenschaftlich bewiesen.

·         Minerallecksteine, die viel Magnesium enthalten, können die Anfälligkeit erheblich vermindern.

·         Verwenden Sie Insektizide.

 

Verminderung von allergischen Reaktionen

·         Die Verabreichung von Corticosteroiden in Form von Injektionen oder Tabletten kann eine kurzzeitige Besserung bringen. Jedoch können Nebenwirkungen wie Hufrehe auftreten.

·         Die Verwendung von Anti-Histaminen kann Abhilfe schaffen, aber hohe Dosen können das Pferd schläfrig machen.

·         Die Verwendung von lindernden Salben auf den gereizten Stellen. Cremes auf der Basis von Kieselzinkerz können die Entzündung vermindern, schützen jedoch nicht vor erneuten Mückenattacken.

 

 

MedicAnimal empfiehlt:

Switch Equine ist eine Lotion und sie wird in der Menge von 1 ml pro 10 kg Körpergewicht aufgetragen (maximal 40 ml). Tragen Sie die abgemessene Menge der Lotion gleichmäßig in der Gegend der Mähne und Rumpf auf, vermeiden Sie dabei die Sattelgegend. Die Behandlung sollte am Anfang der Saison gestartet werden und bei Bedarf wiederholt werden. Wenn Pferde oder Esel gestriegelt werden, sollte die Lotion danach aufgetragen werden.

 

 

Killitch ist eine speziell entwickeltes Präparat um Sommerekzeme bei Pferden und Ponys zu behandeln. Killitch kann als Präventivmaßnahme gegen Sommerekzeme und Hautschäden angewendet werden und auch als Linderung bei Reizungen, wenn das Pferd bereits unter einer Hauterkrankung leidet. Die Rezeptur von Killitch schützt gegen bakterielle Infektionen und wirkt zugleich als Insektenschutzmittel.

Sweet Itch Lotion Equine ist eine klare, ölige Lösung und enthält 100 %  Piperonylbutoxid. Tragen Sie die Lotion vor Anfang der Saison, die im April startet, auf. Bei der Erstanwendung wird die Lotion großzügig in der Mähnen- und Schweifgegend mit einer weichen Bürste aufgetragen. Dabei wird ein Scheitel auf der Mähne und dem Schweif gezogen, um auch dort die Lotion auf die Haut aufzutragen. Bei den nachfolgenden Anwendungen wird ein bis zwei mal täglich eine kleine Menge der Lotion im Frühling, Sommer und Frühherbst aufgetragen. Nachdem die Mähne oder der Schweif gewaschen wurde, sollte wieder eine größere Menge wie bei der Erstanwendung aufgetragen werden.

 

 

Fazit

Die gute Nachricht ist, dass nur wenige Pferde von Sommerekzemen betroffen sind und die Erkrankung nicht ansteckend ist. Sobald ein Pferd oder Pony jedoch eine Allergie entwickelt, werden die Symptome leider immer wieder auftreten. Sommerekzeme können das Pferd schwächen und unansehnlich sein.  Das  verhindert das Pferd, bei Wettkämpfen und Shows teilzunehmen, denn die daraus resultieren wunden Stellen können bewirken, dass das Pferd im Sommer nicht geritten werden kann. Oft werden Pferde im Winter verkauft, wenn das Ekzem nicht aktiv ist und somit das erkrankte Pferd an einen unwissenden Besitzer weitergegeben wird. Jedoch müssen Käufer immer vor Pferden mit solchen Leiden gewarnt werden, da sie spezielle Pflege und geeignete Stallungen benötigen.