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Tag der schwarzen Katze


Neulich feierten wir den Tag der schwarzen Katze. Halloween steht kurz bevor. Der ideale Zeitpunkt für uns, mal zu hinterfragen, warum schwarze Katzen sich schlechter vermitteln lassen.

Aufgrund einer Vielzahl mysteriöser Gründe assoziieren wir seit eh und je schwarze Katzen mit dem Übernatürlichen, wie Hexen, Dämonen, schlechtes Omen, Aberglaube und allen anderen Arten unerklärlicher Phänomene. Aufgrund all der halb vergessenen Sagen und Bräuche aus aller Welt lässt sich heutzutage noch nicht einmal mehr deutlich sagen, ob eine schwarze Katze, die einem über den Weg läuft, Glück oder Pech bringt. Es ist äußerst absurd, sich heutzutage darüber Gedanken zu machen, denn die meisten Menschen glauben überhaupt nicht daran, dass Tiere oder Objekte so etwas wie kosmische Bedeutungsträger sind, die Glück oder Pech voraussagen.

Doch, obwohl die meisten nicht mehr daran glauben, dass schwarze Katzen eine besondere Bedeutung haben, bleibt die Tatsache weiterhin bestehen, dass schwarze Tiere sich schlechter vermitteln lassen. Laut der britischen Wohltätigkeitsorganisation Cats Protection dauerte es 2017 etwa 13 % länger, bis schwarze Katzen in ein neues Zuhause vermittelt wurden. Und dies lässt sich ebenfalls für schwarze Hunde beobachten. Das Phänomen wird oft als „Black Dog Syndrom“ bezeichnet.

Woran liegt das? Manche Haustierhalter sind der Meinung, dass schwarze Hunde und Katzen nicht so freundlich oder gar aggressiver sind als anders farbige Haustiere. Das könnte darauf zurückzuführen sein, dass schwarze Tiere in Büchern oder Filmen häufig als bösartig dargestellt werden (kommt nicht in den „Harry Potter“-Filmen ein schwarzer Riesenhund vor, von dem erst anzunehmen ist, dass er böse ist, wobei sich später das Gegenteil herausstellt?) Es gibt selbstverständlich keinerlei Belege dafür, dass das Äußerliche eines Tieres dessen Persönlichkeit widerspiegelt. Und jeder, der je ein schwarzes Haustier (sei es Hund, Katze, Kaninchen, Mehrschweinchen, Fisch oder Ratte) besessen hat, wird bestätigen, dass sie ganz genauso liebenswürdig und voller Humor und Persönlichkeit sind wie jedes anders farbige Haustier auch.

Der zweite mögliche Grund überrascht uns sogar noch mehr: Einige Haustierbesitzer sind davon überzeugt, dass ein schwarzes Tier nicht so hübsch und damit nicht so fotogen ist wie ein anders farbiges Haustier (schließlich leben wir in einer Welt der sozialen Medien, in der etwas nur wertvoll ist, wenn es sich ablichten lässt). Wir finden, dass schwarze Hunde und Katzen wunderschön, elegant und einfach total cool sind. Wichtig aber vor allem ist, dass dies überhaupt nicht von Bedeutung ist.

Mit dem Tag der schwarzen Katze möchten wir darauf aufmerksam machen, dass schwarze Haustiere sich schlechter vermitteln lassen. Außerdem möchten wir schwarze Katzen und Hunde von ihrem schlechten Ruf befreien. Dies unterstützen wir mit Leib und Seele! Bei der Vermittlung eines Haustiers sollte es darauf ankommen, ob das Tier und Sie zusammenpassen: Können Sie dem Tier alles bieten, was es braucht (ohne Ende Streicheleinheiten oder einen großen Garten). Und auch umgekehrt: Passt das Tier zu Ihrem Lebensstil (ist es der geeignete Weggefährte für Sie). Wir bitten Sie um Ihre Unterstützung dabei, schwarze Katzen und schwarze Hunde von ihrem schlechten Ruf zu befreien, damit sie die gleiche Anerkennung finden wie jedes anders farbige Tier – wen kümmert es denn am Ende überhaupt?

Andrew Bucher
Tierarzt und Mitbegründer von MedicAnimal