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Die traurige Wahrheit über Katzen und Autounfälle

Was ist die häufigste Todesursache für Katzen?

Nierenversagen? Herzprobleme? Beides falsch. Vom Auto überfahren. Und zwar bei weitem.

Leider befinden sich Tierärzte nur allzu häufig in der Situation, dass jemand eine vom Auto angefahrene Katze in die Praxis bringt. Das Tier steht in der Regel unter Schock und leidet unter Atemnot. In den meisten Fällen leidet die Katze neben Knochenbrüchen, inneren Blutungen und Versagen mehrerer Organe zudem unter einem Schädeltrauma.

Dieses Szenario ist schlimm, wenn es der Besitzer ist, der seine Katze in die Tierarztpraxis bringt. Doch es ist noch viel schlimmer, wenn es eine fremde Person ist. Als Tierarzt ist es unsere erste Priorität, die Katze zu untersuchen, um ein Bild von den Verletzungen zu bekommen. Dann wird das Tier mit intravenösen Flüssigkeiten, schnell wirkenden Steroiden, Antibiotika stabilisiert. Außerdem ist es äußerst wichtig, die Schmerzen zu lindern. Manchmal kann das Tier leider nicht mehr gerettet werden und wird sofort eingeschläfert.

Wenn der Besitzer der Katze in der Praxis ist, hat er wenigstens ein Mitspracherecht darüber, was mit seiner Katze passiert. Außerdem erhält er die Möglichkeit, Abschied zu nehmen, wenn das Schlimmste unvermeidbar ist. Doch nur allzu häufig ist dies nicht der Fall, und zwar aus zwei simplen Gründen:

• Viele Katzen sind noch immer nicht gechippt.
• Viele Autofahrer halten nicht an, nachdem sie ein Haustier angefahren haben, um zu prüfen, ob sie dem Tier helfen können.

Ich selbst habe drei Katzen auf diese Weise verloren – zwei starben noch an der Unfallstelle und die dritte nach fünf Wochen in der tierärztlichen Lehrklinik, an der ich mein Praktikum absolvierte. In allen drei Fällen haben die Autofahrer nicht angehalten. In einem Fall habe ich dem Fahrer sogar noch zugerufen, dass er anhalten sollte, doch der raste nur davon.

Die traurige Wahrheit ist, dass das Tier in den meisten Fällen unmittelbar oder später allein und mit Schmerzen am Straßenrand stirbt. Und genau aus diesem Grund ist es so wichtig, dass Katzen einen Mikrochip tragen. Selbst wenn der Autofahrer anhält und die verletzte Katze zum Tierarzt, Tierschutz oder zur Polizei bringt, kann der Besitzer aus den folgenden Gründen nicht ausfindig gemacht werden:
A) Die Katze ist nicht gechippt
B)Die Katze trägt einen Mikrochip, aber die Informationen über den Besitzer in der Datenbank sind veraltet (das passiert wirklich sehr häufig, denn Besitzer ziehen um und aktualisieren die Daten nicht sofort)
C) Leider ist die Wahrscheinlichkeit nach einem Umzug höher, dass Tiere sich verirren und angefahren werden
D) Es ist kein Scanner vorhanden oder der verfügbare Scanner kann den Chip nicht lesen

Was ist mit den vielen Katzen, die einen Mikrochip tragen und angefahren werden, aber der Fahrer hält nicht an?

Und was ist, wenn der Fahrer anhält, das Tier aber weder eine Marke noch einen Mikrochip trägt? Das ist ein traumatisches Erlebnis für sie, vor allem, wenn sie den Besitzer des Tieres nicht informieren können.

In all diesen Szenarien ist das Ergebnis immer das gleiche: Der Besitzer bleibt darüber im Ungewissen, was mit seiner Katze passiert ist und kann nicht Abschied nehmen. Das ist vor allem in Familien mit kleinen Kindern ein Problem. Denn den Tod eines Haustiers zu verstehen und zu verarbeiten, ist ein wichtiger Teil der kindlichen Entwicklung.

Aus der Sicht eines Tierarztes ist es äußerst frustrierend, feststellen zu müssen, dass die im Autounfall verletzte Katze keinen Chip trägt, insbesondere, wenn das Tier stabilisiert werden konnte. Der Besitzer kann nicht informiert werden, um mit ihm die weitere Behandlung zu besprechen. Katzen sind Kämpfernaturen. Viele kommen durch, nachdem sie von einem Auto angefahren wurden. Doch wenn der Besitzer nicht ausfindig gemacht werden kann, müssen sie an ein neues Zuhause vermittelt oder im schlimmsten Fall sogar eingeschläfert werden.

Also BITTE lassen Sie Ihre Katze chippen und halten Sie die Informationen immer auf dem neuesten Stand!

Und noch eine Sache... Sie können sich gar nicht vorstellen, wie groß die Freude ist, wenn ein Mikrochip an einem in einem Autounfall verletzten oder streunenden Tier gefunden wird, vor allem wenn das Tier gerettet werden kann.
Schlichtweg pure Freude. Lassen Sie Ihr Tier chippen!

Andrew Bucher MRCVS
Mitgründer von MedicAnimal
Veterinarian