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Warum liebt Ihr Hund Sie so sehr?


Unglaublich aber wahr: Es gibt eine potenzielle Erklärung, warum sich Hunde im Gegensatz zu anderen häuslichen Spezies den Menschen gegenüber so gesellig verhalten: Es liegt an den Genen.

Wissenschaftler der Princeton University haben kürzliche eine von Experten geprüfte Studie in der Science Advances Fachzeitschrift veröffentlicht, die zeigt, dass häusliche Hunde über ein spezifisches Gen (das so genannte Transposon) verfügen, das bei der Williams-Beuren-Syndrom-Erkrankung in beiden Teilen (eins von jedem Elternteil) des sechsten Chromosoms vorkommt. Einige dieser speziellen Gene finden sich nur bei Hunden, nicht bei Wölfen. Infolgedessen konnten die Forscher untermauern, dass Hunde mehr "menschlich-gesteuertes Verhalten" an den Tag legen und mehr Zeit in menschlicher Umgebung verbringen als Wölfe.

Beim Menschen wird dieses spezifische Gen stark mit sozialen Verhaltensweisen gegenüber anderen Menschen in Verbindung gebracht. Betroffene des Williams-Beuren-Syndroms, einer genetischen Besonderheit in Form einer Deletion (Stückverlustes) in dieser Region, sind dafür bekannt, besonders gesellig und gesprächig zu sein, obwohl sie andere Entwicklungs- und Lernschwierigkeiten aufweisen.

Das Ergebnis dieser Studie legt nahe, dass das freundliche, liebevolle und soziale Verhalten von Hunden gegenüber den Menschen in den Genen zu finden ist. Ist das zu glauben?

Bisher wurde immer davon ausgegangen, dass der Übergang vom Wolf zum häuslichen Hund auf die Entscheidung des Menschen zurückzuführen ist, diese "früheren Hunde" aufgrund Ihrer speziellen kognitiven Eigenschaften (wie beispielsweise auf gesagte oder gezeigte Befehle zu reagieren) auszuwählen. Doch die Ergebnisse der Studie scheinen das genaue Gegenteil zu beweisen: Die geselligen Hunde haben uns ausgewählt! Weil sie dazu neigen, die Begleitung von und den Körperkontakt mit Menschen zu suchen (vermutlich für ihre geistiges Wohlbefinden), waren sie es, die wir am Ende zur Züchtung ausgesucht haben. Wurden diese Hunde von Ihren wilden Wolfsbrüdern getrennt und mit ähnlich freundlichen Hunden im menschlichen Lager gepaart, hätte sich dieses Merkmal über die Zeit übertrieben stark ausgebildet. Diese Entwicklung der letzten 15.000 Jahre könnte der Grund dafür sein, warum Hunde heute unsere besten Freunde sind!

Ich kann das kollektive "Hab's dir doch gesagt" von zahlreichen Hundebesitzern schon hören, die wussten, dass unsere flauschigen Freunde ein Ass im Ärmel hatten. Geben Sie Ihrem Hund jetzt ruhig eine dicke Umarmung als Dankeschön, denn sie verdienen es.

Andrew Bucher
Dierenarts en mede-oprichter van Medicanimal