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Sind Hunde egoistisch? Andrew Bucher, unser Tierarzt, sagt seine Meinung.

Gestern sahen wir einige Geschichten in den Medien über eine neue Studie der University of Portsmouth, die im "Daily Telegraph" zu folgender Überschrift führte: „Dogs are not man’s best friend – they are selfish to help you“ („Hunde sind nicht der beste Freund des Menschen – sie sind too egoistisch, um Ihnen zu helfen“).

Wir fügen den Link an, so dass Sie die Geschichte selbst auf englisch lessen können, aber im Wesentlichen läuft die Studie darauf hinaus, dass Hunde ihren Besitzern nicht halfen, ein verstecktes Notizbuch zu finden. Stattdessen fanden die meisten Hunde lieber ein ebenfalls verstecktes Spielzeug.

Es ist recht schwierig, die Methode der Studie zu verstehen, aber als Tierarzt dachte ich, es sei wichtig, die Angelegenheit in Perspektive zu bringen.

Erst einmal bin ich nicht sicher, aus welchem Grund eine Gruppe von nur 24 Hunden als genug für eine statistisch bedeutende Erkenntnis betrachtet wurde. Mir erscheint es eine sehr geringe Anzahl von Tieren, um daraus Rückschlüsse auf alle Hunde ziehen zu können.

Wie konnten die Forscher zudem wissen, dass die Hunde die Aufgabe interessant fanden? Hunde sind sehr intelligent, und ich weiß, dass sie den Unterschied zwischen spielen und jemandem in einer Notlage helfen klar erkennen.

Hunde können menschliche Emotionen spüren, und sie unterstützen uns, wenn sie fühlen, dass wir sie brauchen. Wenn Hunde (und viele Katzen) spüren, dass ihr Besitzer Schmerzen hat, ängstlich oder traurig ist, kommen sie sofort zu ihm. Auf diese Art können sie sehr hilfreich sein – und nicht, indem sie ein Notizbuch finden, dass in einer Plastikwanne in der Zimmerecke liegt.

Der Artikel im „Telegraph” zitiert auch eine andere Studie aus dem Jahr 2006, in deren Versuchsanordnung Menschen einen Herzinfarkt vortäuschten und kein Hund ihnen zur Hilfe kam. Eigentlich sollte das nicht überraschend sein, da Hunde unglaublich genau selbst winzige Körperbewegungen interpretieren können, die wir Menschen nicht sehen. Aus diesem Grund können ausgebildete Hunde für Epileptiker ihren Besitzern manchmal bis zu zwei Stunden vor einem Anfall Bescheid geben. Die Hunde wussten, dass die Menschen den Infarkt vortäuschten. Hunde hätten sehr wahrscheinlich die frühen Anzeichen einer Krankheit wie Epilepsie, hypoglykämischem Schock oder Herzinfarkt erkannt.

Die nützliche Fähigkeit von Hunden, Krebs (Hautkrebs, Nierenkrebs, Brustkrebs, Prostatakrebs) beim Menschen zu erkennen, ist natürlich ihrem großartigen Geruchssinn zuzuschreiben. Zu diesem Thema gibt es auch einen Artikel im "Mirror".

Mein Kollege Alan, der in diesem Jahr mehr als 1200km für wohltätige Zwecke gelaufen ist, kann bestätigen, dass Blinden- und Signalhunde herausragende Beispiele dafür sind, wie Hunde selbstlos Menschen helfen.

Lassen Sie uns diese Studien vergessen und lieber an unsere Tiere denken und daran, warum wie sie so lieben. Wenn Sie Fotos von ihnen haben, können Sie sie gern auf unserer Facebook-Seite hochladen.